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Notfall- und Krisenleitfaden für Schulen

verfasst vom Bundesministerium für Inneres

110 2. Maßnahmen im Ernstfall: Jede Drohung sollte ernst genommen werden. Die Polizei nimmt mit der Schulleitung eine Gefährdungseinschätzung vor. Den von der Polizei erteilten Anordnungen (Verhaltensregeln) ist unverzüglich und unter allen Umständen Folge zu leisten. Bei Gefahr in Verzug kann • für die mittleren und höheren Schulen die Schulbehörde erster Instanz (Landesschulrat für Steiermark) höchstens drei Tage und darüber hinaus der zuständige Bundesminister die unumgänglich notwendige Zeit durch Verordnung schulfrei erklären; • für Berufsschulen die Steiermärkische Landesregierung, FA 6D, die unumgänglich notwendige Zeit durch Verordnung schulfrei erklären; • für allgemeinbildende Pflichtschulen die Steiermärkische Landesregierung, FA 6B, für die unumgänglich notwendige Zeit durch Verordnung schulfrei erklären. 3. Amoklauf: Im Ernstfall müssen sich die Schüler/innen und Lehrer/innen nach der Alarmierung in den Klassen verbarrikadieren. Die Türen sind zu versperren und die Fenster zu schließen. Die Schüler/innen sollten nach Möglichkeit Sessel und Tische als Schutz verwenden. Die Alarmierung hat abhängig von den technischen Einrichtungen und von den Gegebenheiten am Schulstandort über Lautsprecher, Klingel, SMS oder Zurufen (z.B. „Achtung Notfall - alles in Sicherheit bringen“) zu erfolgen und soll so rasch als möglich ablaufen. Wenn die Schüler/innen und Lehrer/innen sich im Raum verschanzt haben, darf nur das Handy der Lehrerin/des Lehrers eingeschaltet bleiben, um Kontakt nach außen halten zu können. Alle übrigen Mobiltelefone sind abzuschalten! Es ist anzustreben, dass alle Handys der Schüler/innen den Lehrer/inne/n übergeben werden. Bei Begegnung mit der Amokläuferin/dem Amokläufer: Nie ansprechen - sofort in Sicherheit bringen! Die Verhandlungsteams der Polizei sind darauf geschult. Die Tür des Klassenzimmers sollte nach voraussichtlicher Beendigung der Gefahrensituation nur nach Durchgabe eines im Vorhinein bestimmten Codewortes von innen geöffnet werden. 4. Bombendrohung: Im Ernstfall ist das Schulgebäude zu räumen. Bei einer allfälligen Räumung des Schulgebäudes sind jedoch die Bestimmungen über die Aufsichtspflicht zu beachten. Unterbleibt die Erteilung besonderer Anordnungen seitens der Polizei, hat die Schulleitung selbst jene Maßnahmen zu treffen, die im Interesse der Sicherheit und der Gesundheit der Schüler/innen, der Sicherheit der Gebäude und Einrichtungen, aber auch im Interesse der Aufrechterhaltung des Unterrichtes erforderlich sind. Es ist das Einvernehmen mit der unmittelbar zuständigen Schulbehörde herzustellen. Nach Beendigung sind die Anordnungen der Polizei bzw. die tatsächlich getroffenen Maßnahmen in einem Aktenvermerk festzuhalten, der dem Landesschulrat zu übermitteln ist. 5. Maßnahmen, die schon im Vorfeld gesetzt werden sollen: Die Pläne des Schulgebäudes sollen für die Einsatzkräfte der Polizei immer griffbereit sein – dies ist Aufgabe der Schulleitung und des schulischen Krisenteams (siehe dazu Erlass: XII Schu 1/23-2001 vom 27. November 2001). Überdies ist eine Sicherheitsmappe mit allen wichtigen Informationen zu erstellen. Diese Mappe soll im Ernstfall im Eingangsbereich von einem Bediensteten der Schule der Polizei übergeben werden, soweit es die Situation zulässt. Um der Polizei den Betreffenden als Kontaktperson erkennbar zu machen, sollte für die Mappe einheitlich die Farbe „Rot“ gewählt werden.