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Notfall- und Krisenleitfaden für Schulen

6 © Mag. Daniela Janisch, 2010 „Kompetentes Handeln in Krisensituationen setzt voraus, dass man vorbereitet ist.“1) Prinzipiell kann davon ausgegangen werden, dass Kri- sen und Notfälle umso besser gemeistert werden, je • klarer die Rollenverteilung im Vorfeld geregelt wurde • detaillierter die Rollen definiert werden • besser Notfallsituationen geübt wurden • klarer die Durchsagen und Anweisungen sind • konkreter die Schüler über das Geschehen informiert sind • ruhiger und beruhigender das Handeln stattfindet • besser die Teams vor Ort zusammenarbeiten • zeitnäher Hilfsangebote eingebracht werden • behutsamer die Rückkehr in den Alltag geschieht • besser das Erlebte verarbeitet wird.2) Wesentlich für das gute Meistern krisenhafter Ereig- nisse bzw. von Notfällen ist das laufende Aktualisie- ren der Krisenteam- bzw. Notfallteam-, Gebäude- und Schülerunterlagen, sowie das wiederholte Üben des Verhaltens in den hier genannten Extremsituatio- nen. In Schulen muss auf die Besonderheit der stark fluk- tuierenden Anwesenheit des Großteils der Krisen- und Notfallteammitglieder in der Weise Rücksicht genommen werden, dass es für jede Position im Team zumindest einen Stellvertreter gibt, da sonst die Hand- lungsfähigkeit des Teams vor Ort stark eingeschränkt wäre. Außerdem sollten auch Hausmeister, Schulwar- te, Pfortenpersonal, Schülervertreter und Vertreter der Erziehungsberechtigten ins weitere Krisenteam miteinbezogen werden. Idealerweise wird von der Polizei eine zentrale oder teilzentrale Stelle für schulische Belange eingerich- tet. Dort sollten Unterlagen zu den verschiedenen Extremsituationen erhältlich sein, Fragen in polizei- nahen schulischen Belangen beantwortet, realitäts- nahe Übungen in Schulen angeboten, Ratschläge für eine gute Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften (in schulischen Ausnahmesituationen) gegeben und die Erwartungen der Polizei an die effektive Informati- onsweitergabe der Schulen an die Einsatzkräfte bei den unterschiedlichen Vorkommnissen klar definiert werden. In diese Arbeit wurden all jene außergewöhnlichen Ereignisse, die in Schulen auftreten können, aufge- nommen, die für die gesamte Schulgemeinschaft po- tenziell gefährlich sind bzw. zumindest einen Großteil dieser betreffen. Zu beachten ist hierbei die Zweiteilung der schuli- schen Extremsituationen. Einerseits handelt es sich um Naturkatastrophen und ungewollte Unfälle, die mehr oder weniger „unbeeinflussbar“ ihren Lauf nehmen – diese sollen im Folgenden „Notfälle“ ge- nannt werden. In solchen ist nur Schadensbegrenzung innerhalb der Schule möglich, aber keine Abwendung im Vorfeld. Andererseits geht es um bewusst herbei- geführte, geplante (Gewalt-) Handlungen, bei denen der „Unsicherheitsfaktor“ Mensch und dessen Psyche eine erhebliche Rolle spielen. In solchen Krisensitua- tionen ist die Schule gefordert, im Vorfeld Prävention und im Anlassfall selbst Intervention zu betreiben, um die negativen Auswirkungen so minimal wie möglich zu halten. 1) „Krisensituationen – ein Leitfaden für Schulen“, Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), Dr. H. Blöchinger, H. Brünggel-Kiener, H.-U. Hofmann, O. Mattmann-Arnold, J.-P. Ryser, Dr. A. Strittmatter (2004) 2) In Anlehnung an www.schuldekan-schorndorf.de/344.html (2.12.2009) Einleitung Kapitel 2