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Notfall- und Krisenleitfaden für Schulen

87© Mag. Daniela Janisch, 2010 10.2. Richtlinien für den Umgang mit der Presse 1. Absolute Chefsache Grundsätzlich ist der Schulleiter für die Krisen- und Notfallkommunikation verantwortlich. Er ist es, der die Schule nach außen zu vertreten hat. Es soll nur einen Informationsweg nach außen geben. In Bezug auf Fragen, die sich auf Schuldzuweisungen und künftige Konsequenzen beziehen, muss die Schulleitung die Position vertreten, dass die Schule diese Fragen weder klären kann noch soll. Die Schulleitung sollte des Weiteren Spekulationen unterbinden. 2. Sofort – schnell – umfassend – ehrlich! Krisen und Notfälle kommen ungeplant und erfordern sofortige Reaktionen! Schnelle, umfassende und ehrliche Informationen sind gefordert, um klare Fakten zu transportieren und Gerüchtebildung zu vermeiden. Neue Entwicklungen sollen umgehend an die Medien weitergegeben werden. 3. Kommunikation beginnt innen Sobald ein Ereignis nicht mehr „lokal eingrenzbar“ ist, muss als Erstes der Informationsfluss funk- tionieren. Klares und schnelles Informieren des Kollegiums unterbindet Gerüchtebildung und ist ein zentraler Bestandteil der Krisen- und Notfallkommunikation! 4. Zwei notwendige Voraussetzungen Vertraulichkeit ist für alle oberstes Gebot (auch gesetzlich vorgeschrieben) und von allen zu erwar- ten/einzufordern! Einheitlichkeit ist sehr wichtig. Alle (betroffenen) Personengruppen (Lehrer, Eltern, Schüler, Presse, etc.) sollen denselben Informationsstand haben! 5. Bitte niemals „Kein Kommentar“! Ein „Kein Kommentar“ wird grundsätzlich negativ aufgenommen und kommt – medial gesehen – einem Schuldeingeständnis gleich. Informieren Sie die Presse, was von Seiten der Schule getan wurde, um den Vorfall zu regeln. Nennen Sie dabei nie Namen! 6. Offensiv und mit offenen Karten Informieren Sie aktiv, ohne Druck und offensiv. Kommunizieren Sie durchaus auch schlechte Nach- richten. Zeigen Sie Handlungsfähigkeit und Kompetenz, aber spekulieren Sie nicht. Schaffen Sie Vertrauen, indem Sie zeigen, dass Sie Informationen haben und auch bereit sind, diese weiterzugeben. Informieren Sie klar, kompetent, konstruktiv und kurz. 7. Wenn alle Stricke reißen Sollten Sie einer schulischen Extremsituation nicht mehr gewachsen sein, ist es ratsam, externe Be- rater hinzuzuziehen. Auch der Landesschulrat verfügt in der Regel über entsprechend kompetente Experten. Achten Sie darauf, dass die Medienvertreter in einem dafür vorgesehenen Bereich, fernab des Un- glücksortes, versammelt werden, das Schulhaus nicht betreten und keine Fotos machen. Sollte die Umsetzung problematisch sein, holen Sie Polizeiassistenz! 1) Vgl. „Krisenintervention in der Schule“, Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, 2009 1)