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SeniorInnenhandbuch 2013

32 Das Grazer SeniorInnenbüro – Die Servicestelle für SeniorInnen mit SeniorInnen – Tel. (0316) 872-6390, -6391, -6392 Seit 2007 besteht die Möglichkeit, eine rechtliche Vorsorge für den Fall zu treffen, dass man selbst nicht mehr handlungs- und entscheidungsfähig ist. Mit der Vorsorgevollmacht kann man selbst bestimmen, wer für einen handeln und Entscheidungen treffen darf. In der Vorsorgevollmacht wird im Regelfall bestimmt, wer auf das Haus oder die Wohnung schaut, wer Bankgeschäfte erledigt, Pensions- oder Pflegegeldanträge stellt, die notwendige ärztliche Betreuung veranlasst und über nicht gewünschte medizinische Behandlungen Bescheid geben soll. Neben der Vertrauensperson wird auch festgelegt, wann die Vorsorgevollmacht in Kraft treten und wie lange sie gültig sein soll, ob und wann diese widerrufen werden kann und vor allem werden diese Entscheidungen selbst getroffen, zu einem Zeitpunkt, wo man dazu noch in der Lage ist. Wie bereits bei Testamenten seit Jahrzehnten bewährt, wird die Vorsorgevollmacht in einem zentralen Register registriert und kann dort vom Gericht abgefragt und festgestellt werden, ob beispielsweise überhaupt ein Sachwalter bestellt werden muss. Der Notar Ihres Vertrauens informiert Sie umfassend über die Vorsorgevollmacht und wird mit Ihnen gemeinsam eine maßge- schneiderte Lösung finden. Oft werden dabei auch andere Fragen erörtert wie Testament, Patientenverfügung etc. Denken Sie daran: die Erstellung einer Vorsorgevollmacht ist grundsätzlich keine Frage des Alters, sondern macht auch in jüngeren Jahren Sinn, da sie mit einem Schlag notwendig wer- den kann. Sachwalterschaft bedeutet gesetzliche Vertretung einer Per- son im Auftrag des Gerichtes. Eine Sachwalterschaft ist immer dann notwendig, wenn eine Person psychisch beeinträchtigt ist, aus diesem Grund ihre Angelegenheiten selbst nicht mehr entsprechend regeln kann und keine andere Möglichkeit einer Vertretung, etwa durch nächste Angehörige oder einen Vorsor- gebevollmächtigten gegeben ist. Eine Sachwalterschaft kann von jeder Person direkt bei Gericht angeregt werden. Ein Sachwalter/eine Sachwalterin wird nach Prüfung der Voraus- setzungen vom örtlichen Bezirksgericht mit Beschluss bestellt. In erster Linie sollen Angehörige bzw. nahestehende Personen bestellt werden, wenn solche nicht vorhanden bzw. nicht bereit sind, ein Vereinssachwalter. Ein Anwalt/eine Anwältin oder No- tar/in wird bestellt, wenn vor allem rechtliche Fragen zu klären sind. Letztlich können auch andere geeignete Privatpersonen bestellt werden, sie dürfen aber, sofern sie keine besonderen Qualifikationen nachweisen können, maximal fünf Sachwalter- schaften übernehmen. MitarbeiterInnen von Pflege- und Betreu- ungseinrichtungen dürfen nicht zum Sachwalter für Bewohner dieser Einrichtung bestellt werden. Durch die Sachwalterschaft wird die betroffene Person in ihrer Geschäftsfähigkeit beschränkt. SachwalterInnen müssen die An- gelegenheiten zum Wohl der betroffenen Person bestmöglich regeln, sich um die soziale und medizinische Betreuung küm- mern, die betroffene Person einmal im Monat besuchen und bei Entscheidungen ihre Wünsche soweit als möglich einbeziehen. SachwalterschaftDie Vorsorgevollmacht

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